Oktober 17

Wanderausstellung Herbst 2015

Rund um die Wiege der Ottonen, … oder, wie sagte die Dame im Museum im Kloster Brunshausen so schön: „Hier begann die Geschichte Deutschlands“.

Bad Gandersheim ist mit der Geschichte der Ottonen so eng verknüpft wie kaum ein anderer Ort. Liudolf und Oda, die „Stammeltern“ des ottonischen Herrschergeschlechts, gründeten im 9. Jahrhundert das Frauenstift Gandersheim. Ihre Blütezeit erlebte Gandersheim dann unter den Liudolfingern m 10. Jahrhundert. Zu dieser Zeit lebte auch die Dichterin Roswitha von Gandersheim. In einem Ortsteil von Bad Gandersheim befindet sich auch das, ebenfalls im 9. Jahrhundert, gegründete Benedektinerkloster Brunshausen. Im Kloster Brunshausen wurde der Konvent des Stiftes Gandersheim nach dessen Gründung 852 bis zur Fertigstellung der Kirchen- und Stiftsgebäude in Gandersheim untergebracht.

Nun ja … wie man sieht – es gibt einige Orte, die mit der Geschichte der Ottonen so eng verknüpft sind, aber Bad Gandersheim ist als „Wiege der Ottonen“ damit schon ein besonderer Ort.

Untergebracht waren wir im Dikonissen-Mutterhaus Salem in Bad Gandersheim – und bis auf die (recht unauffällige) Gesellschaft einer älteren, einsamen Dame – hatten wir am Wochenende das Gästehaus für uns allein. Inklusive schönem Aufenthaltsraum für gemütliches Beisammensein und einem liebevoll bereiteten Frühstück extra für uns.

Samstag morgen dann: Regen. Die Wettervorhersage versprach trockenes Wetter ab Mittag und so haben wir erstmal wichtige Vereinsangelegenheiten erledigt.
Tastsächlich hörte es ab Mittag auf zu regnen und wir brachen erst mal in Richtung Kloster Brunshausen auf. Nein, gewandert wurde noch nicht … erstmal haben wir alle den dort ansässigen Klostershop mit der Filiale eines berühmten Werkzeugherstellers „gestürmt“. Das muss allerdings schon beeindruckend ausgesehen haben, eine kleine Horde Ottonen streunt begeistert durch den Laden und erfreut sich an Schnitzmessern, Sägen und Beilen genauso wie an handgearbeiteten Plüschtierchen, Liudolf-Bonbons, gedrechselten Holzschalen, Minzkakao und Seidentüchern. 🙂

Da wir aber auch noch wandern und auch das trockene Wetter nutzen wollten, ging es nach der Shoppingtour nicht erst ins Kloster-Cafe sondern erstmal zurück zur Unterkunft um dann zur Wanderung zu starten.
Die Strecke sollte ca. 8 km lang sein. Nicht sehr lang, aber es war ja schließlioch auch schon früher Nachmittag und wir wussten ja auch nicht, wie lange das Wetter sich noch hält.

Ein Stück durch den Ort ging es schließlich in ein Waldstück und dann einen Hügel hinauf, immer am Feldrand entlang. Die Aussicht von hier oben auf den Harzrand war fantastisch. Irgendwie konnte man sich gar nicht satt sehen.

Wir trafen unterwegs auf wilde Ponies und wilde Obstbäume … und erreichten schon nach kurzer Zeit
das Dörfchen Clus. Die dortige Klosterkirche war schließlich unser Ziel.
Die Klosterkirche befindet sich auf dem Gelände eines Ponygestüts (was anfangs ein wenig verwirrend war) und ist nicht ganz so alt, nämlich aus dem 12. Jahrhundert.

Da Jörn und die Kinder leider schon am Anfang der Strecke umdrehen mussten und nun in Bad Gandersheim auf unsere Rückkehr warteten, haben wir die eigentlich geplante Kaffee-und Kuchenpause ausfallen lassen und haben uns auch für den kürzeren (aber landschaftlich nicht mehr so wunderschönen) Rückweg entschieden. Außerdem wurden auch die Wolken immer dunkler und so mach ein paar Füße war auch schon kalt und feucht.
Also traten wir den Rückweg an und kamen auch schon nach kurzer Zeit im Kloster Brunshausen an, wo uns Jörn und die Kinder bereits erwarteten. Und endlich kamen wir auch alle zu unserer (immerhin wohlverdienten) Kaffeepause im Kloster-Cafe.
Bei Oda-Torte und Gewürzkakao liessen wir den Nachmittag ausklingen, bewundertet die handgewebten Leinen-Tischdecken auf dem Tisch und schauten schon erste Bilder an … und fanden alle, auch wenn es eine kurze Wanderung war, so war sie doch – wie immer – sehr schön.

Am nächsten Vormittag besuchten wir noch das Museum im Kloster Brunshausen mit der Ausstellung „Starke Frauen, Feine Stiche“ (wirklich sehr, sehr sehenswert!) und natürlich noch mal das Kloster-Cafe und spazierten noch einmal durch den Skulpturengarten und dann war auch schon die Zeit des Abschieds gekommen …

Schön wars. Wir haben uns wiedergesehen, haben gemütlich beisammen gesessen, geredet, diskutiert, geplant, geträumt und viel gelacht, gut gegessen und gut gewandert, haben etwas gelernt und auch etwas gelernt …

Bis zum nächsten Mal. Ich freu mich schon jetzt!

(Fotos: Huginn – Ravenpicture, Maic Gronych. Herzlichen Dank dafür!)


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VeröffentlichtOktober 17, 2015 von Lis Mann in Kategorie "Wanderausstellung

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